Adalbert-Stifter-Schule

Klassenorganisation

In unserer Schule werden Kinder sowohl nach dem Volksschullehrplan, wie auch nach dem Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule und nach dem Lehrplan für schwerst-, und mehrfach behinderte Kinder unterrichtet

Erfährt ein Kind Toleranz, wird es lernen, geduldig zu sein.
Wird es ermutigt, lernt es zu vertrauen.
Lobt man ein Kind, wird es Dankbarkeit erlernen.
Behandelt man ein Kind gerecht, erlernt es Gerechtigkeit.
Schenkt man einem Kind Geborgenheit, lernt es zu glauben.
Findet ein Kind Anerkennung, lernt es, sich selbst zu lieben und anzunehmen.
Erlebt ein Kind Freundschaft und Angenommensein, lernt es, Liebe zu finden in dieser Welt.

unbekannt

 

 

VS – Integrationsklassen mit Montessorischwerpunkt

Grundvoraussetzungen dafür, dass die schulische Integration, also das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen gelingt, sind eine positive Einstellung, der Einsatz von offenen Unterrichtsformen und gegenseitiges Verständnis und Toleranz.

Zur Zeit gibt es vier Montessoriklassen an der Adalbert–Stifter-Schule. Die Zahl der Kinder pro Klasse mit besonderen Bedürfnissen wird aufgrund des Schweregrades der Behinderung festgelegt, soll jedoch fünf nicht überschreiten. Der Unterricht besteht aus freien Lernphasen, Wochenplanarbeit und gebundenem Unterricht.

In freien Lernphasen erarbeiten die Kinder Lerninhalte selbsttätig mit ansprechendem Material (es gibt Materialien zur Mathematik, zu Naturphänomenen, zur geografischen Orientierung, Sprachmaterialien und Musikangebote). Die Wochenplanarbeit ist ein Teil dieser freien Lernphase. Im gebundenen Unterricht werden jene Themen behandelt, die durch die Arbeit mit Montessori–Materialien nicht abgedeckt sind, beziehungsweise auf die Arbeit in der freien Lernphase vorbereiten sollen.

Einen besonderen Schwerpunkt stellt das soziale Lernen dar. Die Achtung und Wertschätzung des Kindes in seiner Einzigartigkeit mit seinen Stärken und Schwächen sind Grundvoraussetzung für das Lernen in einer heterogenen Gruppe und verlangt von allen Toleranz, Einfühlungsvermögen, Verständnis und Hilfsbereitschaft.

Als wesentliche Grundlage für die Beurteilung dient die ständige Beobachtung der Mitarbeit. Insbesondere während der „freien Lernphase“ ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für den/die LehrerIn den Leistungstand und die Leistungsfähigkeit jedes Kindes ohne Prüfungsdruck sicher einzuschätzen.

Anstelle von Zeugnissen werden alternative Formen der Leistungsbeurteilung, insbesondere die „umfassende mündliche Information“, herangezogen. In der vierten Klasse werden Ziffernzeugnisse ausgestellt.

Grundlage des Unterrichts ist immer der jeweilige Lehrplan, nach dem das Kind unterrichtet wird.

Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird ein individueller Förderplan erstellt, der gewährleistet, dass jedes Kind in den einzelnen Lernbereichen entsprechend seines Lernstandes bestmöglich gefördert wird.

In der Klasse unterrichten eine Volks- und eine SonderschullehrerIn mit Zusatzausbildung in Montessori–Pädagogik.

 

 

Klassen für schwerstbehinderte und basal zu fördernde Kinder

Grundsätzlich ist jedem Menschen aus seiner Würde heraus ein uneingeschränkter Anspruch auf Erziehung und Bildung zu gewähren. Der Unterricht in den S-Klassen orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes. Eine optimale Förderung der Kinder geschieht auf Basis eines Förderplanes, der für jedes Kind von den LehrerInnen erstellt wird. Individuelle und intensive Förderung ist aufgrund der kleine Gruppengröße für jedes Kind möglich.

Das Lernziel „Leben“ im Sinne einer möglichst umfassenden Lebensbewältigung steht im Vordergrund. Lebenspraktisches Training zur Alltagsbewältigung ist ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichtsgeschehens.

Wir unterstützen unsere SchülerInnen in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Selbständigkeit, damit sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Sauberkeitstraining, Zubereitung von einfachen Mahlzeiten, Tischkultur, Feste feiern im Jahreskreis, Einkaufen, Umgang mit Geld, usw. sind wichtige Ziele.

Soziales Lernen sehen wir als Basis für weitere Fortschritte im Leben unserer SchülerInnen.

Gemeinsam wollen wir die Würde des Menschen, die Einmaligkeit und sein Anderssein respektieren. Wertschätzung, Konfliktbewältigung, Konsequenz und das Pflegen menschlicher Beziehungen stehen auf dem „täglichen Stundenplan“. Lesen, Schreiben und Rechnen werden je nach individuellen Möglichkeiten der SchülerInnen in vielfältiger Weise durch computerunterstütztes Lernen, Montessorimaterial, individuell erstellte Unterrichtsmaterialien, abwechslungsreiches und lustbetontes Lernen, Lehrausgänge und handlungsorientierten Unterricht gefördert.

Wichtige Prinzipien der Unterrichtsarbeit:

  • Vermittlung von Lebensfertigkeiten und Erlernen von Alltagstechniken mit dem Ziel, die Kinder zu möglichst großer Selbständigkeit zu führen. Es ist auch notwendig, den Unterricht nicht nur im Schulgebäude abzuhalten, sondern konkrete Lernsituationen im Alltag zu schaffen.
  • Eingehen auf die individuelle Situation und Tagesverfassung der Kinder
  • Rituale und rhythmischer Tagesablauf (Zeit haben, sich Zeit lassen)
  • Fördern der sozialen Kompetenz und der Kommunikationsfähigkeit
  • Berufsvorbereitung, Eingliederung in die Arbeitswelt
  • Intensive, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern

 

 

 

KESO

Kleinklasse für Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt im emotionalen und sozialen Bereich

Was ist KESO?

Die Keso soll für Schüler, die aufgrund unterschiedlichster Ursachen im Unterricht in der Regelklasse durch ihr Sozial-, sowie Lern- und Arbeitsverhalten auffallen und dadurch häufig sich selbst schaden, sowie für Schüler die psychosomatische Symptome (wie Bauchweh, gestörtes Essverhalten, Müdigkeit, Bettnässen, Schlafstörungen, Hautausschläge …) zeigen, eine Möglichkeit der Beschulung sein. Diesen Schülern ist es auf Grund ihrer Persönlichkeitsstruktur und bisherigen Lebenssituation unmöglich, dem Unterricht in einer Großgruppe beizuwohnen.

Der Unterricht in der Keso Gruppe orientiert sich an den Grundanforderungen der jeweiligen Lehrpläne der Volks-, Haupt- und Sonderschulen. Aufgrund individueller Förderplanungen und regelmäßiger Lernstandsbestimmungen werden die konkreten Unterrichtsinhalte für jeden Schüler festgelegt.

Es werden maximal sieben Schüler in der Keso unterrichtet, wobei die jeweilig besonderen Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers das Klassensystem nicht überlasten dürfen.

Welche Ziele hat die KESO?

Ich glaube daran, dass das größte Geschenk,
das ich von jemandem empfangen kann, ist,
gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist,
den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.
Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.

Virginia Satir

Das vorrangige Ziel der Arbeit in der Keso ist, den Schüler als unverwechselbares Individuum zu respektieren. Grundsätzlich stehen Ziele im Bereich der Selbst- und Sozialkompetenz im Vordergrund. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung, den eigenen Stärken und Schwächen, den Ressourcen und dem eigenen Veränderungspotential eine große Rolle.

Das allgemeine Ziel der Arbeit in der Keso besteht also zunächst in der Entwicklung von Handlungskompetenz im Arbeits- und Sozialverhalten, um eine positive Arbeitshaltung zu vermitteln, zum eigenverantwortlichen Lernen hinzuführen und schließlich einen positiven Schulabschluss zu erlangen.

Durch die Entwicklung von Handlungskompetenzen im Arbeits- und Sozialverhalten soll dem Schüler, entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten, eine mögliche Reintegration in die Regelschule (Hauptschule) bzw. der Einstieg in das Arbeitsgeschehen (Lehre mit Unterstützung, geschützte Werkstätten,….) ermöglicht werden.

Die aus diesen Erziehungsschwerpunkten hervorgehenden Ziele werden in folgenden Bereichen angestrebt, und lassen sich in daraus folgenden Teilzielen festschreiben. Diese Teilziele definieren sozusagen die beiden oben genannten Ziele, und sind daher das Herzstück der Arbeit in der Keso.

Emotionaler Bereich

In der Kleingruppe sollen die Schüler behutsam dazu gebracht werden, Vertrauen und Selbstwertgefühl zu entwickeln

  • Schaffen einer Entlastungssituation durch Aufbau einer tragfähigen Vertrauensbasis und Beziehung
  • Schaffen eines Rahmens in welchem sich Beziehungskompetenzen und Bindungsverhalten der Kinder entwickeln können
  • verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung durch Vermittlung der Wahrnehmung des eigenen „Ichs“ mit seinen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen, Ängsten und Wünschen
  • Schaffen klarer Strukturen und Abläufe im Zusammenleben um Sicherheit zu geben
  • Vermittlung von klaren Wertevorstellungen
  • Entwicklung von Selbstsicherheit und einem stabilen Selbstbild durch intensive persönliche und beratende Gespräche und durch das Aufzeigen individueller Hilfestellungen
  • Entwicklung von Einfühlungsvermögen durch differenzierte Rückmeldungen an die Kinder und durch Reflexion des eigenen Verhaltens und dessen emotionaler Wirkung
  • positive Stärkung und Förderung der Persönlichkeit

Sozialer Bereich

In der Kleingruppe sollen die Schüler behutsam dazu gebracht werden, sich an die in der Klasse notwendigen Regeln und Normen zu halten.

  • Vermittlung eines angemessenen Umgangs mit Aggression
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Verbesserung der Selbstkontrolle und der Ausdauer
  • Vermittlung von Regeln und Richtlinien im sozialen Umgang und von Kommunikationsgrundlagen
  • Vermittlung von Kritikfähigkeit, Umgang mit Lob, Kritik und Misserfolg
  • Hilfestellung und Alternativen zum Abbau von sozialem Fehlverhalten, Förderung und Stärkung sozialer Grundkompetenzen
  • Vermittlung von Problemlösestrategien und spezifischen Kommunikationsmöglichkeiten in Konfliktsituationen
  • Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten durch das Üben und Selbstorganisieren von Abläufen im öffentlichen und privaten Leben mit sukzessiver Hilfestellung

Leistungsbereich

  • Sicherstellung von Erfolgserlebnissen als Grundlage guter Entwicklung
  • Fördern und Stärken der Lern- und Leistungsmotivation
  • Förderung der Bildungsmotivation
  • Förderplanbezogener Umgang bei Teilleistungsschwächen

Wie funktioniert die Aufnahme?

Erst wenn an der Stammschule alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden (Förderplan, Klassenkonferenzen, soziales Lernen, BetreuungslehrerIn,…), kann über eine mögliche Aufnahme in die Keso diskutiert werden.

Folgende Maßnahmen sollen bereits im Vorfeld getroffen worden sein:

  • eine Klassenkonferenz muss stattgefunden haben und die Lehrer müssen sich mit der Klassensituation auseinandergesetzt haben
  • bei Störungen im sozial-emotionalen Bereich muss der Betreuungslehrer des Standortes mit dem betroffenen Kind gearbeitet haben
  • bisherige Interventionen müssen protokolliert sein
  • Psychologische Abklärung (Schulpsychologie, niedergelassener Psychologe) muss erfolgt sein
  • Ein pädagogischer Bericht, der eine differenzierte Verhaltens- und Leistungsbeschreibung des betreffenden Schülers beinhaltet, muss verfasst und vor Aufnahme in die Gruppe (Beobachtungszeit) an das Lehrerteam der Keso weitergeleitet werden

Letztendlich beratschlagt das Lehrerteam der Klasse in Absprache mit der SPZ- Leitung, nach einer ein- bis zweiwöchigen Beobachtungszeit, eingehend über eine Aufnahme in die Klasse und kann die Aufnahme in die Klasse ablehnen.